Einzelfallhilfe-Manufaktur e.V.

Häufig gestellte Fragen

 Was bedeutet Inklusion?

Alle Menschen mit und ohne Behinderung leben, arbeiten und lernen miteinander und nicht in Sondereinrichtungen getrennt voneinander. Es gibt vielmehr einen ungehinderten, barrierefreien Zugang und eine umfassende Beteiligung von Menschen mit Behinderungen am bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben, oder: in allen Bereichen des Lebens. und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.

Youtube: "Inklusion in 80 Sekunden" der "Aktion Mensch"

 Was beinhaltet die UN-Konvention?

Die UN-Konvention fordert Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Inklusion ist ein Menschenrecht. Deutschland und derzeit 152 weitere Länder bekennen sich zur UN-Konvention und haben sich mit ihrer Unterzeichnung dazu verpflichtet, sie umzusetzen.

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 Artikel 24: Recht auf Bildung?

Fordert ein inklusives Bildungssystem für das gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung. Denn nur dieses ist Diskriminierungsfrei. Menschen mit Behinderung haben das Recht auf hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grund und weiterführenden Schulen, mit adäquat getroffenen Vorkehrungen und notwendigen Unterstützungen, um eine erfolgreiche Bildung zu erleichtern.

 Welche Situation herrscht im Einzugsgebiet?

In Brandenburg gibt es derzeit 212 Förderschulen mit 9633 Schülern mit Handicap (vgl. Schuldatenerhebung vom 17.01.2012), in denen Kinder ein Handicap haben. Die Kinder sollen in Regelschulen im Sinne der Inklusion beschult werden. Für die Umsetzung dieses Zieles werden im verstärkten Maße Einzelfallhelfer in den Schulen benötigt, um diesen Prozess der Umgestaltung zu ermöglichen.

 Was macht eine Eingliederungshilfe?

Die Einzelfallhilfe ist eine der drei grundlegenden sozialpädagogischen Interventionsformen zur Lösung psychischer, materieller, gesundheitlicher oder sozialer Probleme eines Menschen. Die Eingliederungshilfe ist eine Leistung des 12. Sozialgesetzbuchs (§§ 53,54 SGB XII). Hier werden alle Kosten für Maßnahmen übernommen, die dazu dienen, eine Behinderung zu vermeiden bzw. sie zu mildern und den behinderten Menschen eine Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Somit ist die Eingliederungshilfe eine Form der Einzelfallhilfe.

 Persönliche Assistenz?

„Persönliche Assistenz“ ist die am individuellen Bedarf orientierte Hilfe bei den täglichen Verrichtungen, insbesondere Im Bereich:
der Pflege, Hilfen im Haushalt, beim Wohnen, Mobilitätshilfen, Kommunikationshilfen

Sie dient der eigenständigen Gestaltung des Alltags in der eigenen Wohnung bzw. in einer selbst gewählten Umgebung. Erforderlich ist sowohl persönliche Kontinuität, als auch Flexibilität, die erreicht wird durch Hilfen aus einer Hand. Somit beinhaltet die persönliche Assistenz viele Formen der Einzelfallhilfe aber auch Grundpflegerische ambulante Hilfen.

 Was bedeutet Persönliches Budget?

Seit 2008 gibt es einen Rechtsanspruch auf das Persönliche Budget. Die Idee: Geld statt Sachleistung. Sie macht aus Hilfeempfängern Arbeitgeber bzw. Auftraggeber.Wer sich für das Persönliche Budget entscheidet, kann das Geld für so unterschiedliche Dinge wie Hilfen im Haushalt, Behördengänge, Arztbesuche, Assistenz bei Arbeit oder Ausbildung, Fahrdienste oder Kino- und Theaterbesuche aufwenden.

 Persönliches Budget verwalten?

Keine Angst! Wir geben Ihnen Hilfestellungen an die Hand, welche für Sie keine Mühen darstellen und lediglich die Eröffnung eines kostenlosen Guthabengirokontos beinhaltet. Alles andere übernehmen wir für Sie. 

 Hilfen zur Erziehung (HZE)?

Die Hilfen zur Erziehung sind Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe für Familien  mit Kindern. Gesetzlich geregelt sind diese Hilfen in §§ 27–40 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes  (SGB VIII).

Angebote sind u.a.:

  • § 28 Erziehungsberatung,
  • § 30 Erziehungsbeistand, Betreuungshelfer,
  • § 31 Sozialpädagogische Familienhilfe,
  • § 34 Heimerziehung, betreute Wohnform und
  • § 35 Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

Besonders ist die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche (§ 35a)  da ihre Zugehörigkeit zu den Hilfen zur Erziehung nicht eindeutig geklärt ist, und der Paragraf einen eigenen Rechtsanspruch beinhaltet.
Grds. gilt, dass Inhalt des Hilfeangebotes dem jeweiligen Einzelfall so anzupassen ist, dass schwierige Lebenssituationen insbesondere durch die Förderung und Stärkung der vorhandenen Ressourcen der Kinder und Jugendlichen von diesen selbst bewältigt werden können.

 Verhinderungspflege?

Eine Pflegevertretung oder auch Ersatzpflege bzw. Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI) genannt, ist die Pflege durch eine andere als die normalerweise tätige Pflegeperson, wenn diese aufgrund von Erholungsurlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen (z.B. Arzttermin, Familienfeier) verhindert ist. Die mögliche Dauer einer Pflegevertretung beträgt max. 28 Tage pro Jahr. Sie kann für den kompletten Zeitraum, wochenweise, tageweise oder stundenweise und vor allem kurzfristig erfolgen, bzw. max. 1550€ im Kalenderjahr.

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 Zusätzliche Betreuungsleistungen?

zusätzliche, sonstige oder niedrigschwellige Betreuungsleistungen bzw. Betreuungsgeld nach § 45 SGB XI. Ist der Pflegebedürftige in seiner Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt, z.B. bei demenzbedingten Ausfällen, geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankungen, kann er dafür zusätzliche Betreuungsleistungen erhalten. In Abhängigkeit des Schweregrades der Fähigkeitsstörungen, können bis zu 100,- € Grundbetrag oder ein erhöhter Betrag bis zu 200,- € monatlich gezahlt werden, also maximal 2.400,- € pro Jahr.Werden Betreuungsleistungen nicht ganz "verbraucht", kann der Rest in das folgende Kalenderjahr übertragen werden.

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 Niedrigschwellig?

Dies ist eine Versorgungsform, die durch Abbau von:
bürokratischen, finanziellen und personellen Barrieren

den Zugang zu:
Pflege- /Gesundheits- und sozialen Dienstleistungen
durch ungelernte ehrenamtliche/freiwillige Helfer verringert.

Wir sind als niedrigschwellig nach § 45 SGB XI Abs. 1 Nr.4  anerkannt.

Bitte beachten Sie hier unseren Imkerworkshop als niedrigschwelliges Gruppenangebot.

 Was ist "Personenzentriertes Denken"?

Das ist eine Grundhaltung, die eine Person mit dem was ihr wichtig ist, ihren Stärken und Möglichkeiten, ihren Träumen und Zielen in den Blick nimmt und darauf aufbaut.

  • Was kann ein Klient, bei alledem, was ihm vielleicht noch schwerfällt?
  • Was interessiert ihn?
  • Welche Möglichkeiten gibt es? Welche müssen neu geschaffen werden?

Das "Personenzentrierte Denken" verlangt, genau hinzuschauen, hinzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen.

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 Qualitätsmanagement?

Der Grundgedanke des „Personenzentrierten Denkens“ ist der Dreh und Angelpunkt unseres Qualitätsmanagementsystems nach der DIN ISO EN 9004:2008 und zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Arbeit und bildete damit die Grundpfeiler der: Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität.

 Wie kommt eine Hilfe zu stande?

Ob nun persönliches Budget in Form von Geldleistung oder die Bezahlung direkt vom Amt in Form von Sachleistung, über den Umfang, die Dauer und Ziele der Arbeit entscheidet (mit dem Menschen mit Behinderung) nach formlosen Antrag das Sozialamt. Das Amt führt in regelmäßigen Abständen Hilfeplangespräche (HPG) mit allen Beteiligten, um die Hilfe fortlaufend anzupassen. Diese Gespräche finden i.d.R. halbjährlich bis jährlich statt. Gerne beraten wir Sie an dieser Stelle weiter.

Über die Verhinderungspflege oder Zusätzliche Betreuungsleistungen können Sie selber verfügen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.