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Eins zu Eins

Eine Reportage von Kirill Semkow, Schulbegleiter und Fotograf 

Intro

​Wir lernen Kirill 2023 noch einmal neu kennen. Bislang war er bei uns Einzelfallhelfer in der Schulbegleitung – ab sofort Fotograf, Künstler und Schulbegleiter. Kirill erzählt uns seine bewegte Geschichte und wie er diese 2012 in einer Fotoserie verarbeitet. Mit "ZWEISAM" porträtiert er in eindrucksvollen Bildern das Verhältnis von "Mutter-Kind-Familien", wie er es nennt. Wir sind sehr angetan und es entwickelt sich die Idee sein Fotokonzept auf das Verhältnis zwischen Klient und Einzelfallhelfer anzuwenden. Da er selbst als Einzelfallhelfer in der Schulbegleitung tätig ist, gibt es keinen Besseren für diese Aufgabe. Wir starten gemeinsam ein Projekt unter dem Arbeitstitel "Eins zu Eins", welches in einer Fotoausstellung im April 2025 zu sehen sein wird.

 

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Projektbeschreibung

Hier stellt Kirill sich und das Projekt vor.

Die UN-Kinderrechtskonvention sichert allen Kindern in Paragraf 28 das Recht auf Bildung und Chancengleichheit zu – unabhängig davon, welche Fähigkeiten sie mitbringen. In der Realität stoßen Kinder mit Förderbedarf aber oft so hart mit dem Schulalltag zusammen, dass sie auf Vermittlung zwischen ihnen und der Außenwelt angewiesen sind. Schulbegleiter unterstützen sie dabei, das Versprechen von Paragraf 28 einzulösen. Diese Porträtreihe zeigt sie, die Kinder und ihre Schulbegleiter, auf ihrem Weg durch die Regelschule.

Ausgangspunkt

Beweggründe

Als Deutschland 1992 die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnete, kam ich aus der gerade zerbrochenen Sowjetunion nach Deutschland. In meiner Familie hatte Bildung immer einen hohen Stellenwert und ich hatte bis dahin nie Probleme in der Schule. In Deutschland sollte sich das ändern - für meine anfängliche Sprachbarriere gab es damals kein Konzept und meine alleinerziehende Mutter hatte weder das nötige Wissen noch die Zeit, mich entsprechend zu unterstützen. Nach mehreren Schulwechseln musste ich letztendlich aufgeben und verließ vorzeitig die gymnasiale Oberstufe. Mein Abitur holte ich später auf dem Abendgymnasium nach. Damals fehlte mir ein Vermittler, ein Fürsprecher, der an der richtigen Stelle bereits mit wenig Aufwand hätte Großes bewirken können.

Beobachtungen

Heute, mehr als 30 Jahre später, bin ich Schulbegleiter. Ich unterstütze zwei Kinder mit unterschiedlichen Förderbedarfen. Ich gehe jeden Tag mit ihnen in die Schule und unterstütze sie bei den Herausforderungen ihres Schulalltags. Dabei vermittle und verhandle ich innerhalb eines Dreiecks zwischen ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen, den Erwartungen ihrer Eltern und den Anforderungen der Schule. Ich bin im besten Sinne ihr Anwalt, der hinschaut, übersetzt, fordert und fördert, vermittelt und für ihr Recht auf faire Bildung kämpft. Denn wenn Kinder die Pflicht haben, in die Schule zu gehen, dann hat die Schule meiner Überzeugung nach auch die Aufgabe, jedem schulpflichtigen Kind das Lernen vollumfänglich zu ermöglichen.

Die Beziehung zwischen zwei Menschen sichtbar machen

Gleichzeitig bin ich Fotograf. Meine autobiografische Abschlussarbeit Zweisam an der Neuen Schule für Fotografie handelte von der Besonderheit der Beziehung zwischen alleinerziehenden Müttern und ihren Einzelkindern. Mit meinen Bildern mache ich das, was ich sehe und selbst erfahren habe, für andere Menschen zugänglich. Die geplante Porträtreihe über Kinder mit ihren Schulbegleitern soll genau das - die Kinder sichtbar machen. Nicht als zu fördernde Gruppe, sondern als Individuen und selbstverständlichen Teil der Gesellschaft. Zum Anderen soll die Serie den Stellenwert der im Alltag häufig unterschätzten Bedeutung der Arbeit des Schulbegleiters als Sprachrohr und Anwalt dieser Kinder, aber auch Integrationshelfer in die Gemeinschaft würdigen. Denn Gemeinschaft findet nur dann statt, wenn alle zusammen an einem Tisch sitzen. Es gibt Tage in der Schule, an denen setze ich mich an das andere Ende des Klassenraums, weil eins meiner Kinder ohne meine Hilfe zurechtkommt. Dort sitze ich dann und denke, dass ich so überflüssig gerne jeden Tag wäre.

Wir suchen Sponsoren und Unterstützer

Eine Ausstellung macht sich nicht allein.

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Planung und nächste Schritte

Im nächsten Schritt möchten wir das Konzept des Spielplatzes erstellen und präsentieren. Ein Ausblick auf das Konzept erfolgt in Kürze.

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